Herbst ist es

Draussen fallen die ersten Blätter, und auch bei Sonnenschein ist der Wind kalt. Man kocht Suppe und löffelt sich langsam Wärme in den Bauch, denn die Kälte hat ihr Zelt in einem aufgeschlagen und probt den Anarchismus. Die Heizung dreht man weiter auf, doch zu kalt, zu schwer, zu arm fühlt man sich. Also kocht…

Wie es weitergeht entscheidet das Drumherum

Die Sonne lacht uns ins Gesicht und wir lachen zurück, bis wir mit dem Kopf gegen Wände stossen, die wir nicht ahnen aber zu denen wir uns bekennen, blind. Irgendwann merken wir plötzlich, dass es weniger weh tut, weniger brennende Spuren hinterlässt, die Schnittkanten verlaufen glatt, du sitzt es aus, es sitzt dich aus und…

Hold on, hold on tightly

Ich bin traurig. Jeder weiss das, der, der es nicht weiss, der weiss auch sonst nichts von mir, die zählen nicht. Letzte Nacht haben wir mal wieder geredet. Du kamst zu Besuch und nahmst mich einfach mit. Ganz einfach, sagst du dann immer, nimmst meine Hand lächelst mich mit deinen grossen, tiefen Augen an, die…

Es wurde dunkel, und es wurde hell

Dass du mir aber auch so über den Weg laufen musst, ohne es überhaupt zu wissen, ohne es zu ahnen, wie blind und sprachlos und ich mit einer Pappnase auf, trampelst du durch meinen Garten aus Gedanken und die Brombeersträucher zerkratzen deine Waden, spürst du es, fühlst du überhaupt noch etwas oder bin ich schon…

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Irgendwann gehen wir weiter, wir können gar nicht anders, als ständig in Bewegung zu bleiben. Wir sehen uns noch einmal um und müssen dann auch schon los, und schon vergessen wir alles, was war. Jedes einzelne Mal. Was bleibt, sind Licht- und Schattenspiele im Kopf, Menschen ohne Namen und Gesichter.  

Sag deinen Gedanken, dass ich sie lesen möchte

Wenn du gehst, nimmst du nichts mit von mir; meine Gedanken hängen dir nicht nach, vielmehr bleibt etwas von deinen an mir kleben. Kleine Gewissheiten deiner Gegenwart, deiner Existenz; der weiche Ausdruck in deinem Gesicht; wie ich vorsichtig dein Gesicht studiere, um nach Veränderung zu suchen, oder nach Kälte, aber nicht fündig werde.

Und die Dinge passieren, wie sie passieren

Und doch stehe ich noch. Ich stehe, ich atme und spreche und lache, und nur in ruhigen Momenten, wenn mein Blick abschweift und sich an einem unbestimmten Punkt verfängt, nur dann denke ich diese Gedanken, diese trübsinnigen, mich selbst bemitleidenden Trauerfäden. Dann bin ich kurz für mich, und die ohnmächtige, unfassbare Wut versucht, Farbe anzunehmen;…

Ein letzter Brief

Dies ist der letzte Brief, den ich dir schreiben werde. Und ich schreibe schon diesen gar nicht mehr an dich, sondern vielmehr für mich; ganz einfach, um damit abzuschliessen. Um wirklich, wirklich und endlich damit abzuschliessen. Dabei gibt es gar nicht viel zu sagen. Was zählt ist, wie es ausging. Wie ein paar kurze, rasch…

Ich war so…

Ich wanke schlaftrunken durch die Gassen nichts denkend, sehend, fühlend. Plötzliches erwachen trifft mich wie der Rausch den Nüchternen und mir wird das Spiel von Nebel Licht und Wind gewahr. Ich freue mich früh aufgestanden zu sein, sehe noch ein wenig zu und gehe.