Dies ist der letzte Brief, den ich dir schreiben werde. Und ich schreibe schon diesen gar nicht mehr an dich, sondern vielmehr für mich; ganz einfach, um damit abzuschliessen. Um wirklich, wirklich und endlich damit abzuschliessen.

Dabei gibt es gar nicht viel zu sagen. Was zählt ist, wie es ausging. Wie ein paar kurze, rasch gewechselte Worte gereicht haben, unsere Vergangenheit, die Freundschaft, die wir zueinander hatten, in ein völlig anderes Licht zu tauchen. In das Licht, das ich zu vermeiden suchte; in dieses grelle, unfreundliche. Keine Beschönigung, kein dämmerndes Umschmeicheln. Heller noch als Tageslicht; mehr diesem in den Umkleidekabinen ähnlich, und man schaut in den Spiegel und möchte sich die Haare raufen, wenn sie sich dann nicht nur noch weiter vom Ideal entfernen würden.

Deine Worte also, und dieses Licht. Und auf einmal sah ich klar. Ich sah meine Wunden, und wie sie erneut aufrissen, ein letztes Mal. Ich sah, wie du gezielt, ganz gezielt auf diese meine Wunden ansetztest, um ohne Rücksicht zuzustossen.

Ich sah dir zu und dann wandte ich mich ab.