Es fühlt sich manchmal danach an, ja. Manchmal, wenn man sich von Übermut und Lebenslust fluten lässt.

Aber oft, viel zu oft fühlt es sich ganz und gar nicht danach an. Dann sehe ich eine überfüllte Welt, eine Welt, in der die Ignoranz regiert, die nur darauf wartet, uns zu zerquetschen; weder genüsslich noch schadenfroh, nur ganz beiläufig. 

Ich sehe uns untergehen in einer Welt, die sich in Gläsern tausender Sonnenbrillen widerspiegelt, untergehen in einer Masse formloser Gesichter. Stumm und taub und blind sehe ich uns werden, und angepasst; gepresst werden wir in eine Form, unerbittlich, wenn man bestehen will, bestehen in dieser Welt.

Und auf einmal spüre ich, wie es weich wird in mir, weich und zärtlich. Ein Augenpaar, das mir zwischen all den leeren Blicke entgegenleuchtet, hat mich aufgetaut. Einfach so. Irgendwas in mir, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich es verhärtet, dass ich es eingefroren hatte, schmolz nach und nach.

Ich fühle das hier, und es fühlt sich gut an. Die Schwermut überfällt mich erst später.

(Impressionen des Lebens: Spitalerlebnisse)