Wir wundern uns. So sehr manchmal, dass wir uns übers Wundern wundern, über dieses Kribbeln auf der Nasenspitze und unser Nichtverlangen, über uns selbst, wie wir nach Hause gehen ohne Einwände und Umstände.

 

Du riechst es. Du spürst den aufkommenden Wind, hörst das Blätterrauschen; elektrisiert, die ersten Blitze am Horizont, du wartest. Du widerstehst dem Drang, schneller zu gehen. Soll es doch kommen, das Gewitter, soll es dich doch holen und mit dir spielen, die Plastiktüten am Strassenrand tanzen schon. Noch langsamer gehst du und eine alte Frau vor der Tür zu ihrem Haus sieht dir verwundert nach und prüfend in den dunklen Abendhimmel, die Wolken sind verschmolzen. Du schmilzt wie sie und sehnst dich nach Erlösung; die Zeit soll stillstehen, denkst du dir, nur noch ein Weilchen, weil die Minuten vor dem Gewitter sind, wie diese eine Sekunde vor dem ersten Kuss.

 

Meine Beine sind taub vom vielen Laufen und Stillhalten, ich schaffe es nicht, ihr nachzusetzen.